Tasmanien – down under down under

Mitten in den „Roaring Forties“ – einer Region starker Westwinde zwischen dem vierzigsten und fünfzigsten Grad südlicher Breite – liegt der australische Bundesstaat Tasmanien – das etwas andere Australien abseits des Sydney Opera House und des Ayers Rock.

Tierische Begegnungen mit Wombat, Schnabeltier und natürlich dem tasmanischen Teufel gehören auf Australiens größter Insel einfach dazu. Schließlich ist die Region entlegen genug, um die Entwicklung einer einzigartigen Tierwelt zu ermöglichen. Bis vor ca. 14.000 Jahren verband eine Landbrücke Tasmanien mit dem australischen Festland, ehe der Anstieg des Meeresspiegels nach der letzten Eiszeit diese unterbrach und die Bass-Straße entstehen ließ. Selbst heute beträgt die Wassertiefe dieser Meerenge im Durchschnitt nur etwa fünfzig Meter. Seit geschätzten 12.000 Jahren konnte sich die hiesige Flora und Fauna also völlig eigenständig weiterentwickeln – und das gilt auch für die knapp 5.000 Ureinwohner Tasmaniens, auf die Abel Tasman im Jahre 1642 stieß.

Wie so oft bei Besiedlungen und Eroberungen durch Europäer wurde die heimische Bevölkerung rasch zurückgedrängt, teilweise zwangsumgesiedelt und im Falle der Ur-Tasmanier vollständig ausgerottet. Heute trifft man in Tasmaniens Hauptstadt Hobart daher vorrangig auf die Nachfahren irischer und britischer Einwanderer. Raten Sie mal wer wohl Tasmaniens berühmtester Export ist! Der Herr der Sieben Meere (1940), Mister Errol Flynn persönlich, ist ein Kind der südaustralischen Insel. Und auch die zukünftige Königin von Dänemark, Kronprinzessin Mary, hat tasmanische Wurzeln.

Die wahren Stars Tasmaniens sind jedoch die Wälder, Küstenlinien, Grassavannen und Gipfel. Insgesamt 19 Nationalparks erstrecken sich über die Insel, wobei einige zum UNESCO Welterbe zählen. Gemeinsam mit den Naturschutzgebieten sind mehr als 40 Prozent der Fläche Tasmaniens geschützt. Man tut also gut daran, sich Zeit zu nehmen, um die Naturschönheiten wie Cradle Mountain, Wineglass Bay oder den Freycinet National Park auf sich wirken zu lassen… und sich auf die eine oder andere tierische Begegnung zu freuen.

Fotos:
Errol Flynn by 272447 – Pixabay
Werner Thiele